Schwaney  
     
 

Schwaney, landschaftlich reizvoll am alten Hellweg im Quellgebiet der Eller gelegen, kann auf eine über 1.000-jährige Geschichte zurückblicken. In einem idyllischen Bergkessel eingebettet liegt das Dorf abseits des Verkehrs, nahe dem Europäischen Fernwanderweg E 1 und Eggeweg. Der Ortseingang entlang des Rotenbach-Tals ist durch eine alte Kastanienallee gekennzeichnet. Westlich breitet sich das Ellertal in Richtung Dahl aus. Dieses Tal wird von Sportfliegern wegen der besonderen Thermik sehr geschätzt. Durch den vielseitigen Bewuchs ist das Ellertal für jeden Natur- und Wanderfreund zu allen Jahreszeiten ein Erlebnis.


Die vielen kleinen Bachläufe aus der Egge vereinigen sich im Dorf zum Ellerbach. Der zerklüftete Kalkstein ist sehr wasserdurchlässig. Bereits wenige Meter unter der Mühle versickert das Ellerbachwasser in Schwalchlöchern. In Paderborn quillt es wieder zutage und speist unter anderem die Pader. Der Brocksberg gehört mit 368 m ü. NN zu den höchsten Erhebungen der Paderborner Hochfläche Die Kirche in der Ortsmitte ist mit 265 m eingemessen. Der tiefste Punkt liegt im Ellertal bei 240 m. Der Steinbruch von Schwaney eröffnet einen Einblick in die geologische Vergangenheit der Paderborner Hochfläche.

 

Vor ca. 80 – 100 Mio. Jahren war das Land vom Kreidemeer bedeckt. Dabei wurden die verschiedenen Schichten an Kalk und Mergel abgelagert.

Seit alters her teilt sich Schwaney in das Ober- und Unterdorf. Insbesondere das Unterdorf steht auf einem ausgedehnten Quellgrund. Es gibt im Dorf eine beträchtliche Anzahl von Bachläufen und Dutzende von Quellen, Springen und Brunnen. Viele davon sind heute drainiert und werden in die Bachläufe abgeleitet. Ende des 19. Jahrhunderts dienten die flachen und breiten Gewässer noch als Fahrwege. Mit der Gestaltung des Kirchplatzes 1899 wurden die zahlreichen Quellen im Umfeld der Kirche zur Kumbike zusammengeführt.

Das Jahr 1344 ist gekennzeichnet durch die Verleihung der Stadtrechte durch Bischof Balduin. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde der Ort -ausgelöst durch Fehden zwischen den Mitgliedern des Paderborner Landadels- von Gewalt und Bränden heimgesucht. Die Fehden zerstörten die Stadt und entwerteten damit auch einen Teil der städtischen Rechte und Privilegien. Im Jahr 1409 wird Schwaney wieder als Dorf bezeichnet.

 

Das Ortsbild wurde zwei Mal durch Großbrände, zunächst im Siebenjährigen Krieg (1762) und zuletzt 1895 erheblich verändert. Dem letzten Brand fiel auch die Pfarrkirche zum Opfer. Die heutige, im neugotischen Stil aus heimischem Egge-Sandstein errichtete Pfarrkirche St. Johannes Baptist wurde im Oktober 1898 eingeweiht. Sie birgt ein wertvolles Kreuzreliquiar, welches im Jahr 2009 aufwendig restauriert wurde. Im Jahr 1970 feierte Schwaney seine tausendjährige Geschichte. Durch die Gebietsreform 1975 verlor Schwaney seine Eigenständigkeit und wurde zu einem Ortsteil von Altenbeken.  


 

Schwaney ist geprägt durch ein reges Vereinsleben. Besonders bekannt ist das Bundesschützen Garde Musikkorps Schwaney, dessen schmucke rote Uniform dem Original der englischen Hofgarde (Queens guard) entspricht. Ein weiterer Hingucker und wahrer Ohrenschmaus ist die Pipeband the Pride of Scotland Pipes and Drums, die ihre Wurzeln in Schwaney hat. Die quirlige St. Sebastian Schützenbruderschaft Schwaney blickt stolz auf eine 275-jährige Vereinsgeschichte zurück.

Zudem wird viel gesungen, der plattdeutschen Sprache gefrönt, ausgiebig Sport getrieben, gewandert und sozialer Zusammenhalt praktiziert.